Viren und Co - Schutz unter Windows-Betriebssystemen

Einleitung

Leider liest man immer wieder, dass Computerviren und Trojaner ihr Unwesen treiben. Früher war alles besser: da ging es Virenprogrammieren primär um Verbreitung und Ruhm, den Benutzer durch den Versand von Ketten-E-Mails etwas zu ärgern oder den Computer einfach abstürzen zu lassen. Heute ist daraus ein Geschäft geworden. Man denke nur an die ganzen Versuche Zugriff auf Bankkonten zu erhalten.

In diesem Artikel beschreibe ich ein paar essentielle Tipps, wie man sich als Windows-Anwender vor den meisten Gefahren schützen kann. Auf Tipps wie "Wechsel zu Linux", verzichte ich. Wer ein paar Grundsätze beachtet, fährt auch mit Windows sicher.

100 prozentige Sicherheit gibt es nirgends. Auch Linux oder MacOS garantieren keine Virenfreiheit. Auch dort gibt es Sicherheitslücken die ausgenutzt werden. Gerade Microsoft hat in den letzten Jahren viel für die Sicherheit von Windows getan.

Was kann passieren?

Die Palette was passieren kann, wenn man sich einen Trojaner oder Virus einfängt, ist groß. Schnell ist der Computer Teil eines Botnetzes und verschickt Spam-Mails. Andere Trojaner lauern im Hintergrund und warten auf das nächste Einloggen beim Online-Banking. Ebenfalls populär, die Verschlüsselungstrojaner. Diese verschlüsseln im Hintergrund die Daten der Festplatte und verlangen dann ein Lösegeld. Das ist in Form von mehreren hundert Euro dann nicht gerade billig.

Deswegen ist vorbeugen besser als Nachsorge. Doch wie fängt man sich überhaupt diese Trojaner ein? Die größten Einfalls-Tore:

E-Mail

Der Klassiker ist die Infektion per E-Mail. Die klassische Phishing-Mail, mit schlechtem Deutsch, kommt immer noch vor. Allerdings gibt es nun auch bessere Varianten wie diese hier:

Korrekte Daten (naja nicht ganz, war vor meinem Umzug), gute Rechtschreibung, seriös erscheinendes Layout. Die Daten kommen von diversen Datenklaus im Internet und werden dann verwendet, um Mails seriöser und glaubwürdiger aussehen zu lassen.

In der Regel wird in solchen Mails mit dem Schreck der Anwender gearbeitet: Oh Gott eine Mahnung, ich hab doch nix bestellt. Im Anhang lauert dann der Trojaner als Rechnung getarnt.

Bei solchen Mails sollte man immer erst überlegen, ob das sein kann. Kenne ich die Firma die da schreibt? Habe ich etwas bestellt und die Zahlung vergessen? Generell gilt auch, wer Geld bzw. Inkasso machen will, der meldet sich eher via Briefpost. Also Nachdenken und die Mail am Besten gleich löschen. Auf keinen Fall den Anhang öffnen.

Auch Gewinnbenachrichtungen sollten nicht dazu verleiten, irgendwelche Anhänge zu öffnen:

Gleiches gilt übrigens auch für Messenger-Dienste. Links oder Anhänge von unbekannten nicht öffnen.

Surfen

Auch beim Surfen ist man leider nicht sicher. Sicherheitslücken im Browser oder Betriebssystem ermöglichen es einen Computervirus einzuschleusen. Selbst auf normalen Webseiten kann das passieren. Meist wird die Werbung von anderen Servern nachgeladen. Hier gelingt es kriminellen Naturen gelegentlich kompromittierende Werbung einzuschleusen und zack schon hat man sich etwas eingefangen.

Als Tipp kann man hier nur mitgeben, nicht jeden Link anzuklicken. Zwar besteht auch bei normalen Webseiten die Gefahr durch eingeschleuste Werbung oder einen gehackten Webserver, aber die Gefahr kann man damit zumindest reduzieren.

Wie schütze ich mich?

Um sich zu schützen, gibt es verschiedene Möglichkeiten. Generell sollte man sich nicht auf eine Maßnahme verlassen.

Antivirensoftware

Antivirensoftware ist unter Windows Pflicht. Es gibt eine breite Auswahl an verschiedenen Antivirenprodukten von verschiedenen Herstellern.

Für welche man sich entscheidet hängt vom Preis oder Funktionsumfang ab. Einige liefern Funktionen wie Firewall, Anti-Spyware, Netzwerkschutz und anderes mit. Standard ist ein Echtzeitschutz, welcher im Hintergrund die Systemaktivitäten überwacht. Klickt man doch mal auf einen bösen E-Mail-Anhang, geht dieser dann idealerweise dazwischen und blockiert die Ausführung.

Regelmäßige Updates

Regelmäßige Updates sind ebenfalls wichtig, bzw. Pflichtprogramm. Dies betrifft alle Komponenten des Computers: Betriebssystem, Antivirensoftware, Browser und andere Software. Windows 10 installiert Updates mittlerweile automatisch, auch Browser und Antivirensoftware machen dies im Normalfall. Nur die upgedatete Antivirensoftware erkennt dann die neuen Trojaner. Nur der neue Browser hat die Sicherheitslücke geschlossen, über welche Schadcode mittels Webseite eingeschleust werden kann.

Wer aus Bequemlichkeit Updatemeldungen ignoriert oder deaktiviert handelt grob fahrlässig.

Regelmäßige Backups

Backups sollten ebenfalls Standard sein, werden aber immer noch wenig gemacht. Ist das Kind mal in den Brunnen gefallen und die Festplatte vom Trojaner verschlüsselt sein, kann man so seine Daten aus dem Backup wiederherstellen. Im einfachsten Fall sichert man seine Daten auf eine externe Festplatte. Idealerweise hat man hier mindestens zwei verschiedene Festplatten im Einsatz. Diese sollten immer gewechselt werden und nicht ständig am Computer angeschlossen sein. Verschlüsselungstrojaner verschlüsseln ansonsten das Backup gleich mit. :-)

Wer eine schnelle Internetverbindung hat, kann auch Online-Dienste, wie Backblaze, für Backups nutzen. Diese haben dann allerdings monatliche kosten.

Es muss nicht immer ein Computervirus sein, auch bei einem Hardwaredefekt hilft ein Backup. Geht die Festplatte kaputt, sind ohne Backup auch alle Daten weg.

Fazit

Wie man sieht, gibt es verschiedene Möglichkeiten sich zu schützen. Es ist etwas Aufwand, aber der hält sich in Grenzen. Zuerst sollte man immer sein Gehirn einschalten und nichts unbedachtes tun, wie z.B. Öffnen von irgendwelchen E-Mail-Anhängen. Wer dann noch ein Antivirenprogramm hat und alle Software des Rechners updatet, ist in den meisten Fällen sicher. Für alle anderen Fälle sollte noch ein Backup vorhanden sein.

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